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Profil: Edwin De La Renta – Hommunculus / Paris (Android-C02JK0TVDTY4Z-2-27)

Edwin De La Renta fand bereits als Teenager zum Schauspiel. Er besuchte die renommierte Sylvia Young Theatre School und dachte zuerst an eine Karriere als Tänzer. Nachdem er sein Studium der Soziologie an der Goldsmith University abgeschlossen hatte, zog er nach New York, wo er an der Donelli Acting School in Manhattan die Meisner Technik erlernte. 2011 kehrte er nach Großbritannien zurück.

Edwin De La Renta arbeitet inzwischen seit über zehn Jahren als Schauspieler. Der Londoner brilliert neben der Schauspiellegende Steven Berkoff in Phlipp Humms Film The Last Faust. Dort spielt er den Androiden C02JK0TVDTY4Z-2-27, auch Paris genannt. Dieser künstliche Mensch ist der Gefährte des dem Untergang geweihten Dr. Goodfellow. Die Eröffnungsszenen wurden bewusst bedrückend gestaltet, um zu unterstreichen, dass Goodfellows Welt sich wie eine Falle um ihn schließt und kurz vor dem Kollaps steht.

 


Edwin als Android-C02JK0TVDTY4Z-2-27 ©The Humm Collection

 

In De La Rentas Jugend deutete noch nichts darauf hin, welches Talent in ihm schlummerte. Erst nach einigen wilden Jahren als Teenager wuchs in ihm der Wunsch, Schauspieler zu werden.

„In meiner Schulzeit hatte ich nichts für das Theater übrig. Ich sah es nur als Gelegenheit, eine Runde zu schlafen. Erst nach meinem Schulabschluss begann ich, Unterricht zu nehmen und merkte, wie gut es mir gefiel. Vielleicht hatte auch mein Vater einen gewissen Anteil daran. Er war ein großer Filmfan. Wir gingen oft zusammen in die Videothek und er sagte: „Such dir aus, was du willst.“ Ich glaube, daher kommt mein tiefes Interesse für den Film.”

Doch obwohl sein Vater das Kino liebt, arbeite niemand in Edwins Verwandtschaft in einem kreativen Beruf. Er war der Erste der Familie, diesen Weg einzuschlagen.

„Meine Mutter war Sekretärin und mein Vater war beim Gemeinderat beschäftigt. Meine Schwester ist in der Modebranche gelandet. Niemand in meiner Familie war je künstlerisch tätig. Allerdings sind viele meiner engen Freunde Künstler. Einer von ihnen arbeitet als Zauberer, ein anderer als Graphiker.

Ich bin auf jeden Fall ein Charakterdarsteller. Das sieht man schon an den Rollen, die ich bisher gespielt habe. Sie sind alle sehr unterschiedlich und wirklich einzigartig. Ich bin ein großer Fan von Christopher Walken, Sean Penn und Robert DeNiro. Ich bewundere Regisseure der alten Schule wie Martin Scorsese, James Cameron und Ridley Scott. Die Terminator- und Alien-Filme haben mich in meiner Jungend stark beeinflusst. Ich habe kaum Fernsehen geschaut, mein Interesse galt immer den anspruchsvollen Kinofilmen. Ich war erst elf, als ich zum ersten Mal Bernardo Bertoluccis Der letzte Tango in Paris sah.“

 


Edwin De La Renta

 

De La Renta war vor und nach The Last Faust in einigen großen Hollywood-Blockbustern als Action-Held zu sehen. Dennoch fiel es ihm leicht, die vielen ernsten und anspruchsvollen Facetten zu zeigen, die The Last Faust von ihm verlangte.

„Vor dem Vorsprechen wusste ich nur wenig über The Last Faust. Ich war gerade aus L.A. zurückgekommen und mein Agent rief mich an und sagte, ich hätte eine Audition. Zuerst traf ich den Casting Director und dann Philipp. Ich fand beide supercool und fühlte mich sofort sehr wohl mit ihnen. Ich hab inzwischen schon ziemlich viel Erfahrung, aber Vorsprechen könne trotzdem nervenaufreibend sein.

Der Dreh selbst war ganz entspannt. Die anderen Darsteller und das Team waren sehr nett. Die gesamte Arbeit hat mir viel Freude gemacht. TLF war erst mein zweiter Film. Vorher hatte ich The Informer gedreht (neben Joel Kinnamen, Clive Owen und Rosamund Pike). Goethes Drama kannte ich nur oberflächlich und den zweiten Teil gar nicht. Einige Freunde hatten in Inszenierungen von Faust I mitgespielt, ohne überhaupt zu ahnen, dass es einen zweiten Teil gibt.

Das Drehbuch war herausragend und ziemlich lang. Wir waren alle sehr gespannt, wie man die unglaublichen Szenen umsetzen würde. Das war faszinierend. Die Stelle, an der Latex über meinen Körper geschüttet wird, war eine Herausforderung. Beim Lesen des Drehbuchs hatte ich mir nichts dabei gedacht, aber als mir dann am Set Latex in die Nase lief, dachte ich „Scheiße, das ist heftig.“

 


Hommunculus Szene ©The Humm Collection

 

Ich liebe den Film. Er ist einzigartig und es ist ein Geschenk, an einem Projekt beteiligt sein zu dürfen, das derart ungewöhnlich und organisch ist, und das dem Filmemacher selbst so viel bedeutet.“

Zu sagen, dass Steven Berkoff den Ruf hat, besonders jähzornig und einschüchternd zu sein, wäre eine Untertreibung. Die meisten anderen jungen Schauspieler hätten Angst davor, derart intensive Szenen mit ihm alleine zu drehen.

„Ich habe gerade einen Film in den USA abgedreht, bei dem ich ein paar Mal mit einem großen Hollywoodstar den Dialog durchgehen musste. Deshalb gelang es mir, das Gefühl abzuschütteln, ein Hochstapler zu sein, das viele junge Schauspieler quält. Trotzdem war ich etwas besorgt, denn Steven eilte der Ruf voraus, schwierig zu sein. Doch die Woche, die wir gemeinsam drehten, war geprägt von gegenseitigem Respekt.“

 


Edwin De La Renta & Steven Berkoff ©The Humm Collection

 

Erst vor Kurzem war De La Renta neben dem indischen Megastar Salman Khan in dem Bollywood-Abenteuerfilm Bharat zu sehen. Obwohl der junge Charakterdarsteller den Schwerpunkt seiner Arbeit weiterhin beim Film sieht, will er in Zukunft häufiger auf der Bühne stehen. Ihm ist es wichtig, auch vor Publikum zu spielen, um dadurch einen tieferen Zugang zu seiner Kunst zu finden.

„Auf der Bühne stellt man eine Figur und ihre Entwicklung von A bis Z dar. Das letzte Mal bin ich 2016 im Tower Theatre in dem Stück Clybourne Park aufgetreten. Ich stehe gerne auf der Bühne und ich hoffe, dass ich das irgendwann wieder intensiver tun kann. Das Theater gibt einem sehr viel mehr als der Film, denn es hat diesen Flow und man durchlebt alles gemeinsam mit den Zuschauern.

Ich bin sehr stolz auf TLF und auf meinen Beitrag zu dem Film. Ich freue mich schon zu sehen, wie das Publikum auf das Werk reagieren wird.“

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