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Profil: Yvonne ‚Yvi‘ Mai (Gretchen)

Schauspielerin und Model Yvi (Yvonne) erzählt Daniele Mah, warum ihre deutsche Herkunft und ihre frühe Bekanntschaft mit Faust ihr halfen, sich auf die traditionsbehaftete Rolle des Gretchens in The Last Faust vorzubereiten.

 

Model und Schauspielerin Yvi Yvonne wurde in Hamburg geboren. In der industriell geprägten Stadt konnte sie eine starke Arbeitsmoral entwickeln. Sie ist die perfekte Vertreterin der Millenials und hat es aus eigener Kraft schon weit gebracht. Auf das Projekt The Last Faust wurde sie durch die sozialen Medien aufmerksam. Sie begann, Regisseur Philipp Humm auf Instagram zu folgen. So fand er sein Gretchen!

„Ich war 17 als ich entdeckt wurde. Mit 18 ergatterte ich die erste Rolle in einer Fernsehserie. Über Instagram gecastet zu werden, war eine Premiere.“, sagt die Darstellerin, die inzwischen in London lebt.

„Ich wusste schon früh, dass ich die Schauspielerei liebe und zu meinem Beruf machen will. Ich wollte gerne auf Englisch arbeiten, deshalb musste ich als Erstes meine Sprachkenntnisse verbessern. Ich jobbte als Kellnerin und sparte mein Geld, bis ich endlich nach New York ziehen konnte.

Meine Familie ist nicht gerade wohlhabend, deshalb war der Anfang steinig. Ich bewarb mich um viele Stipendien, habe aber nie eines erhalten. Schließlich zog ich nach London, um Business-Management und Marketing zu studieren. Die Schauspielerei ist ein Geschäft und es kann nicht schaden, zu erfahren, wie dieses Geschäft außerhalb der kreativen Sphäre funktioniert.“

 


Yvonne 'Yvi' Mai, Foto von Ivan Weiss


Gretchen in Goethes Faust ist eine unschuldige, fromme Jungfrau, deren Moral durch die Begegnung mit Faust nach und nach untergraben wird. Sie wird zum willigen Opfer seiner Verführungskünste. In ihrer idealistischen Naivität glaubt sie, dass Fausts Liebe ewig Bestand haben wird und ebenso selbstlos ist wie die ihre.

Wie die meisten deutschen Schüler lernte Yvi die Geschichte von Faust bereits in jungen Jahren kennen. Deshalb gehörte Gretchen für sie immer zu ihrem kulturellen Erbe. Die Vorstellung, diese Rolle spielen zu dürfen, war für sie unwiderstehlich.

„Gretchen ist eine wichtige literarische Figur. Als ich zum Casting eingeladen wurde, dachte ich: „Ich kenne dieses Mädchen, ich werde die Rolle bekommen.“ Ich freute mich sehr, als es wirklich klappte. Die Produktion war ungewöhnlich, mit einem kleinen, aber höchst engagierten Team. Wir kannten uns vorher nicht, aber alles lief sehr glatt und organisch ab.“

 


Gretchens Selbstmordszene ©The Humm Collection

 

Die meisten Szenen, in denen Gretchen in The Last Faust zu sehen ist, kennt man aus dem klassischen Drama: Die erste Verführung, der Koitus und am Ende ihr Selbstmord im Gefängnis. Solch höchst intensiven Momente können für einen junge Schauspieler belastend sein, doch Yvi legt Wert auf die Feststellung, dass es ihre Aufgabe ist, einen Charakter darzustellen uns nicht sich selbst. Dennoch kann es vorkommen, dass bei der Arbeit starke Emotionen freigesetzt werden.

„Es war nicht das erste Mal, dass ein Charakter, den ich spiele, überwältigt und verzweifelt ist. Die Szene im Kerker war besonders bedrückend. Ich brauchte etwas Zeit alleine, um mich darauf vorzubereiten. Nur so konnte ich die Bedeutung des Moments vollständig erfassen und wirklich dafür bereit sein. In manche Situationen kann ich mich leichter einfühlen als in andere.

Mit Martin Hancock (Faust) zu spielen, war fantastisch. Es gab da eine Szene, die auf der Leinwand sehr schockierend wirkt. Aber beim Dreh haben wir gekichert wie die Irren. Wenn man Kuss-Szenen oder erotische Szenen dreht, kann das schon mal Empfindungen wecken, vor allem bei Männern. Martin sah mich an und sagte zu mir: ‚Yvi, wenn „du weißt schon, was“ passiert, entschuldige ich mich im Voraus in aller Form dafür. Und wenn „du weißt schon, was“ nicht passiert, dann entschuldige ich mich ebenfalls in aller Form dafür‘“.

 


Yvi Mai in Philipp Humm's Kuntwerk ©The Humm Collection

 

Yvi stellt das Gretchen nicht nur im Film dar, sie ist auch in vielen von Philipp Humms anderen Kunstwerken zu sehen (als Teil von Humms Gesamtkunstwerk). Diese stellen eine radikale und persönlichere Interpretation ihrer Person dar.

„Die Kunstwerke sind großartig und sehr realistisch. Es muss unglaublich viel Zeit und Mühe erfordern, ein derartig umfassendes Werk zu erschaffen. Es ist sehr vielschichtig und facettenreich: Die Gemälde, der Film, die Statuen, die Fotografien … Es war fantastisch, Teil eines derart breiten Spektrums sein zu dürfen.“

 

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