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Der Quantensprung: Die nächste Generation von Supercomputern wird über die Zukunft der KI entscheiden

Im letzten Monat startete das US-Verteidigungsministerium eine Einstellungskampagne für Ethiker, die die Entwicklung von künstlicher Intelligenz begleiten sollen. Kurz gesagt, sie suchen eine Art Mary Poppins, die sicherstellen soll, dass sich die Robo-Soldaten der Zukunft zu vielseitigen, verantwortungsvollen Tötungsmaschinen entwickeln.

Zur gleichen Zeit setzt ein 400 Jahre alter, buddhistischer Tempel in Kyoto einen künstlichen Menschen ein, um die neue Generation spirituell orientierter Millenials zu erreichen und zu ihnen zu predigen. Für Menschen, die sich selbst als geschlechtsneutral definieren, mag es als ungeheurer Fortschritt erscheinen, wenn sie in Zukunft Seite an Seite mit geschlechtsneutralen, künstlichen Menschen arbeiten können.

Mindar im Kodaji-Tempel ©View Corp.

Der Kodaji Tempel enthüllte „Mindar“ dieses Jahr in Zusammenarbeit mit dem Robotik-Team der Universität von Osaka. Der Roboter ist ein eine Million Dollar teurer, 1,80 Meter großer Android aus Silikon und Aluminium. Er wurde Kannon, der buddhistischen Gottheit der Gnade, nachgebildet und predigt das sogenannte „Herz-Sutra“ auf Japanisch. Für Touristen werden Übersetzungen ins Englische und Chinesische auf Bildschirme projiziert.

„Die Künstliche Intelligenz ist inzwischen so hoch entwickelt, dass es uns logisch erschien, den Buddha in einen Roboter zu verwandeln“ sagte der Verwalter des Tempels, Tensho Goto, der Nachrichtenagentur AFP. „Natürlich hat eine Maschine keine Seele. Aber im Buddhismus geht es nicht darum, an einen Gott zu glauben. Es geht darum, dem Weg Buddhas zu folgen. Deshalb ist es unwichtig, ob er von einer Maschine dargestellt wird, von einem Stück Eisen oder von einem Baum.“

KI Gesichtserkennungstechnologie ©AFP/Getty Images

Manchen mag schon die Vorstellung eines Roboter-Priesters, der den digitial Konvertierten ein binäres Glaubensbekenntnis predigt, Angst vor Gott einflößen (vielleicht sogar Gott selbst.) Doch echte KI ist selbstlernend. Was heute als KI bezeichnet wird, ist nur mit Hochdruck betriebene, computerisierte Datenerarbeitung. Doch die Ankunft der Quanten-Computer macht es wahrscheinlich, dass Systeme irgendwann tatsächlich selbständig lernen können. Diese Evolution wird langsam vor sich gehen, bevor sie dann auf einen plötzlichen Höhepunkt zurast.

KI wird wohl schon bald auf dem Schlachtfeld eingesetzt werden. Doch viel tückischer erscheint die Technologie zur Gesichtserkennung, die bereits existiert und lautlos unsere Bewegungen, Gewohnheiten und Verhaltensweisen beobachtet. Der faustische Pakt, den man uns verkauf hat, lautet, dass die Sicherheit und das Wohlergehen der Gesellschaft wichtiger sind, als das Recht des Einzelnen auf Privatsphäre. Bis jetzt war die Menschheit nicht gerade ein zuverlässiges Vorbild, wenn es um ethisch einwandfreies Verhalten ging. Warum sollten es die Maschinen besser machen?

Es braucht mehr als eine Person, um eine Beziehung zu zerstören. Und es braucht noch viel mehr Personen, um eine ganze Welt zu zerstören. Dafür sind tausende von Entscheidungen nötig..

Dr. Goodfellow

Die Frage der Künstlichen Intelligenz bewegt die Gemüter seit die alten Griechen das Konzept einer ich-bewussten Maschine erdachten, in Form des Proto-Roboters Talos. Was lässt sich daraus folgern? Wir vertrauen der Technologie nicht mehr als wir uns selbst vertrauen.

Proto-Roboters Talos

Vor Kurzem erschien in der Zeitung The Independent ein Artikel von Jeff Nesbit. Darin sagt der ehemalige Leiter der Abteilung für juristische und öffentliche Angelegenheiten bei der Natural Science Foundation voraus, dass sich unsere Smartphones und intelligenten Haushaltsgeräte im Jahr 2050 gegen uns erheben werden. Die Prognose von The Last Faust ist etwas zurückhaltender. Die Handlung spielt im Jahre 2059 und gibt uns damit weitere neun Jahre, bevor die metallene Hand des Verderbens nach der Macht greift.

Der amerikanische Futurist Ray Kurzweil geht sogar davon aus, dass eine Künstliche Intelligenz auf menschlichem Niveau bereits 2029 existieren wird. Die verbleibende Zeit wird nicht reichen, um bis dahin neue ethische Standards zu entwickeln.

Die Geschichte des Doktor Faust gehört schon lange zum KI-Narrativ. Isaac Asimov, Autor von Drei Gesetze der Robotik, versicherte uns in seinen frühen Schriften, dass uns die Roboter erst einmal nicht im Schlaf erdrosseln werden. Er begründete diese Prognose mit der schlichten Frage: „Warum sollten sie?“ Asimov zweifelte an der faustischen Grundidee von Verbrechen und Bestrafung, die davon ausgeht, dass man immer für das lüsterne Verlangen nach technologischer Überlegenheit bezahlen muss.

Szene aus The Last Faust ©The Humm Collection

Damit hat er Recht und Unrecht zugleich. Würde sich die Gesellschaft an die Regeln halten, … Doch leider ist die Menschheit unvollkommen. Tief in der Psyche unserer Spezies verankert und verstärkt durch Religion und ökonomisches Denken, liegt der Zwang, das zu zerstören, was wir lieben. Oder – in diesem Fall – von dem zerstört zu werden, was wir lieben. Oder zumindest die am wenigsten nützlichen Mitglieder unserer Gesellschaft auf den Schrotthaufen zu werfen. Oder – noch schlimmer – Soylent Green – … Jahr 2022 … die überleben wollen.

Die Künstliche Intelligenz in The Last Faust ist durch die Entwicklung von Quantencomputern entstanden. Das globale, neuronale Netzwerk von Dr. Goodfellow verbindet das menschliche Bewusstsein mit Maschinen und synthetischen Wesen. Goodfellows einziger Gefährte Paris ist am Ende der Homunculus, die Krönung seines Lebenswerks. Er erfüllt den Pakt, dessen Ziel es war, das Ende der Welt zu beobachten.


Android Hommunculus @The Humm Collection

Dr. Goodfellow aus The Last Faust ist zwar ein Technokrat, doch gleichzeitig auch ein normaler Mensch, der seine letzten Stunden damit verbringt, sein Leben Revue passieren zu lassen. Ein Karussell von Schnappschüssen, gefärbt von Reue und nutzlos gewordener Hybris. Am Ende seines Lebens gleicht Goodfellow einem verurteilten General, der in seiner dunkelsten Stunde wortgewandt darüber sinniert, wie die Vernichtung seiner Männer sich leicht hätte verhindern lassen, wäre nur das Wetter besser gewesen.

Goodfellows Gier nach Wissen und technologischem Fortschritt lässt ihn alle ethischen Bedenken vergessen. Der Fortschritt wird für ihn zu einer neuen Religion. Der Fortschritt wird zu einer Kraft, die das Gute und das Böse vereint.

In dieser Schlüsselszene wendet sich Faust an einen Geist, um die Schöpfung zu begreifen. Doch der Geist weigert sich, ihm die Schlüssel zum Königreich des Wissens auszuhändigen.

Faust: “Ich bin’s, bin Faust, bin deinesgleichen!“
Spirit: “Du gleichst dem Geist, den du begreifst, nicht mir!!
Faust: “Nicht Dir? Wem denn? Ich Ebenbild der Gottheit! Und nicht einmal dir!”

Faust ist überzeugt, dass nur Gott die Macht hat, ihm das Wissen zu verleihen, das er braucht, um seine Träume zu verwirklichen. Um in das Reich Gottes einzugehen, versucht er, Selbstmord zu begehen. Doch er wird unterbrochen.

Später trifft Faust den Hedgefonds-Manager Mephisto, der ihm einen Pakt anbietet: Er gewährt ihm unbeschränkten Zugang zu Wissen und Erfahrung, als Gegenleistung für seine Seele.

Mephisto: “Ich will mich hier zu deinem Dienst verbinden, Auf deinen Wink nicht rasten und nicht ruhn; Wenn wir uns drüben wiederfinden, So sollst du mir das gleiche tun.“

Die Geschichte spiegelt zwar die von Faust wider, doch Goodfellow lebt in einer Welt nach der vierten Industriellen Revolution. Der ganze Planet ist vernetzt, die menschliche Gesellschaft ist geteilt. Die Superreichen können ihre Lebenserwartung erhöhen (durch Erfolge der KI in der Medizin) und sich einen unvorstellbaren Lebensstil leisten. Die Ärmsten auf den untersten Stufen der Gesellschaft müssen hart arbeiten und haben nur eine niedrige Lebenserwartung. Das Szenario erinnert an H.G. Wells Roman Die Zeitmaschine, in dem die blonden, blauäugigen Eloi ein Leben in banalem Luxus führen, während die Morlocks unter der Erde schuften, um sie zu ernähren und zu kleiden.

In einer grundlegenden Frage sind sich alle Futurologen einig: Unser menschliches Gehirn steckt immer noch in der Steinzeit fest. Maschinen leiden niemals unter Hunger oder Kälte. Unser beständiges Streben nach Effizienz wird dazu führen, dass wir auf dem Abfallhaufen der Geschichte landen. Und die maschinellen Historiker der Zukunft werden uns wahrscheinlich nicht einmal erwähnen. Wir werden aus dem kollektiven Gedächtnis verschwinden, so wie Amerika erst mit Kolumbus begann. In The Last Faust wird die moderne Geschichte im Jahr 2059 beginnen.

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